Was sind Ertragssämlinge?
Die Besonderheit bei Nusssämlingen von bestimmten Muttersorten liegt in der genetischen Vielfalt der Nachkommen. Da Nussbäume, wie zum Beispiel Walnuss oder Hasel, fremdbestäubend sind, sind ihre Sämlinge genetisch nicht identisch mit dem Mutterbaum. Jeder Sämling ist eine individuelle Neukombination von genetischem Material des Mutter- und des Vaterbaums. Dadurch können sich die Nachkommen deutlich unterscheiden in Bezug auf Fruchtgröße, Geschmack, Ertragsmenge, Krankheitsresistenz oder Wuchsform.
Werden Sämlinge gezielt von hochwertigen Muttersorten gezogen, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass die Jungpflanzen viele der positiven Eigenschaften der Mutterpflanze übernehmen. Dazu gehören beispielsweise große, dünnschalige Nüsse, eine für die Region passende Reifezeit oder gute Holzqualität. Solche Sämlinge gelten als „ausgelesene“ Nachkommen und bieten ein großes Potenzial, auch ohne Veredelung hochwertige Früchte zu tragen.
Allerdings sind diese Sämlinge nicht sortenecht, das heißt, die Eigenschaften können von Pflanze zu Pflanze variieren. Für den professionellen Obstanbau werden daher häufig veredelte Sorten verwendet, die eine gleichbleibende Qualität und Eigenschaften garantieren. Für den Hausgarten oder zur Zucht robuster, anpassungsfähiger Pflanzen sind Nusssämlinge von bewährten Muttersorten jedoch eine gute und spannende Wahl.
Varianten Beschreibung
Bouche Rouge Sämling - Die Muttersorte 'Bouche Rouge' ist eine alte, robuste, französische Sorte. Als reine sativa Sorte trägt sie sehr schmackhafte und gut schälbare Nüsse. Diese Eigenschaften werden die Sämlinge sehr wahrscheinlich übernehmen.
Castanea sativa (Forstpflanze) - Diese Sämlinge wurden aus forstlichem Saatgut gezogen und sind eher auf die Holz- und Wuchseigenschaften selektiert und nicht auf gute Nüsse.
Castanea sativa x crenata - Diese Sämlinge stammen von verschiedenen Hybrid Sorten und sind sehr robust und werden mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder gute Nüsse tragen.